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Illustration of an eye over a green bachground with a white grid and geometric shapes
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Linse drei: Potenzial von Plattformen ausschöpfen

 

Der Aufbau von Plattformen ist ein zentrales Element moderner Geschäftsstrategien – aber auch ein Bereich voller Unklarheiten. Selbst innerhalb eines Unternehmens können die Ansichten darüber, was eine Plattform ist und welchen Zweck sie erfüllen soll, stark voneinander abweichen. Das Ergebnis ist, dass viele Unternehmen trotz aller Begeisterung für Plattformen von den Ergebnissen, die sie mit entsprechenden Investitionen erzielen, enttäuscht sind. Dies liegt nicht nur an der inhärenten Schwierigkeit, Plattformen in geeigneter Weise aufzubauen, sondern oft auch an einer grundlegenden Fehleinschätzung des Beitrags, den eine Plattform leisten soll. Angesichts der zunehmenden Ausfälle von Plattformen sehen wir einen neuen Schwerpunkt darin, Unsicherheiten rund um Plattformen zu beseitigen und ihre Entwicklung mit klar definierten Geschäftszielen zu verknüpfen.

 

Unter die Lupe genommen 

 

In der Erkenntnis, dass sie für den Wettbewerb in der digitalen Wirtschaft und die schnellere Produktion von Assets immer wichtiger werden, haben die meisten Unternehmen Initiativen zum Aufbau von Plattformen eingeleitet. Diese Initiativen setzen in der Regel bei Technologie oder Infrastruktur an. Untersuchungen sowie unsere eigenen Beobachtungen zeigen jedoch, dass viele dieser Bemühungen erfolglos bleiben. Es überrascht daher nicht, dass die Ernüchterung über Plattformen groß ist und Un-ternehmen sich fragen, wie sie die Vorteile erzielen können, die Plattformen zu versprechen scheinen.

 

Ein erfolgreicher Plattformansatz hängt von klaren Definitionen ab. Plattformen können ganz verschiedene Arten von Mehrwert schaffen – aber Missverständnisse oder Unstimmigkeiten bezüglich dieses Mehrwerts zwischen den Beteiligten können zu vergeblichen Bemühungen führen. Wenn das Ziel der Plattform beispielsweise darin besteht, die Ausrichtung des Unternehmens zu erweitern, wird eine auf Entwickler:innen aus gerichtete Infrastrukturplattform nur wenig Nutzen bringen, obwohl sie eine wichtige Grundlage für den Aufbau aller anderen Bereiche darstellt. 

 

Bei der Planung einer Plattform ist es nicht nur wichtig, den geschäftlichen Nutzen in den Mittelpunkt zu stellen, sondern auch genau zu definieren, welche Art von Nutzen Sie zu erreichen versuchen und wie dieser gemessen werden soll. Sie sollten sicherstellen, dass alle wichtigen Interessengruppen diese Ziele verstehen und teilen. Alle Unsicherheiten beim Aufbau einer Plattformen werden deren Leistung beeinträchtigen und jene frustrieren, die solchen Projekten grünes Licht geben. Wir erwarten eine Verlagerung von der Entwicklung von „Plattformen um der Plattformen willen“ hin zum Aufbau von Plattformen mit einer starken Fokussierung auf konkrete Ergebnisse.

 

Zu den Signalen gehören:

 

  • „Plattformgeeignete“ Unternehmen, die ihren Kund:innen schneller als die Konkurrenz neue Dienste und Mehrwerte bieten, und damit „Plattformneid“ schüren. Die Pandemie hat die Kluft zwischen Unternehmen mit einer robusten, produktionsbereiten Plattform und jenen, denen es an praktischen Plattformkapazitäten mangelt, deutlich gemacht. Einige Unternehmen haben zu kämpfen, während andere (wie Spotify mit seiner jüngsten Umstellung auf Originalinhalte) geschickt auf Veränderungen reagieren. Diese Erfolge bedeuten nicht, dass ein plattformgeschütztes Geschäftsmodell das allgemeingültige Ziel für jedes Unternehmen oder jede Plattformentwicklungsinitiative darstellen sollte. Manchmal kann es wichtiger sein, eine resilientere Infrastruktur einzurichten

     

  • Immer mehr Unternehmen sind mit ihren Bemühungen um den Aufbau einer Plattform unzufrieden. Plattforminitiativen, die als erfolglos angesehen werden, können zu zusammenhanglosen oder konkurrierenden Bemühungen innerhalb eines Unternehmens führen. Auch die Entwicklung von Software außerhalb der „offiziellen“ Plattform ist nicht ausgeschlossen, da immer mehr Menschen versuchen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen
 
  • Cloud-Anbieter, die ihre Angebote bündeln und Beratungsdienste anbieten, um ihren Kund:innen zu helfen, Plattformen effizient und so zu erstellen, dass die Zeit bis zum erkennbaren Nutzen verkürzt wird

 

Die Chancen

 

Wenn Unternehmen erkennen, dass verschiedene Wege zur Plattform führen, und sie sich darauf einigen, was sie genau aufbauen und wie sie damit ihre Gesamtstrategie voranbringen wollen, steigt die Zuversicht, mit ihren Plattforminvestitionen neue Chancen zu erschließen sowie finanzielle, betriebliche oder andere Vorteile zu erzielen. Im Großen und Ganzen gibt es drei verschiedene Arten von Plattformen, die heute in der Entwicklung sind:

 

 

  • Auf Entwickler:innen ausgerichtete Infrastrukturplattformen, die den Weg in die Produktion ebnen, die technische Qualität erhöhen, die Markteinführungszeit verkürzen und dank einem gemeinsamen, validierten Ansatz für Sicherheit und Compliance Risiken minimieren

 

  • Plattformen für geschäftliche Funktionen, welche die Entwicklung neuer Produkte durch Bereitsstellung einer Reihe von APIs (Schnittstellen zur Programmierung von Anwendungen) zur Erfasssung vorhandener Geschäftsmöglichkeiten beschleunigen. Sie machen es einfacher, diese zu mobilisieren und zu kombinieren, um neue Produkte als Reaktion auf Kundenanforderungen zu entwickeln oder bestehende Werte auf neue Weise wiederzuverwenden. Diese Plattformen unter-stützen ein Unternehmen dabei, sich direkt auf Ergebnisse wie Kundenbindung und -zufriedenheit und letztendlich auf den Umsatz auszurichten

 

 

  • Plattform-Geschäftsmodelle, bei denen ein Unternehmen Werte schafft, indem es die Inter-aktionen zwischen Verbraucher:innen, Geschäftspartnern und Serviceprovidern erleichtert. Dabei profitieren alle Teilnehmenden von einem „Schwungrad“-Effekt, wenn die Plattform wächst und sich erweitet

     

     

Plattform-Geschäftsmodelle stehen oft im Mittelpunkt des Interesses, aber was die meisten Unter-nehmen wirklich brauchen, ist eine Plattform für geschäftliche Funktionen, deren Aufbau typischer-weise auf einer Infrastrukturplattform aufsetzt. Diese Konzepte – und ihre Nutzer:innen – zu trennen und klare Erfolgsmaßstäbe für jeden Teilbereich zu schaffen, sind die entscheidenden Schritte auf dem Weg zu einer lohnenden Plattform-Journey.

 AI and ML  AI and ML

Kundenbeispiel

AvidXchange ist branchenführend in der Automatisierung von Rechnungs- und Zahlungsprozessen für mittelständische Unternehmen. Sie wollten die Komplexität reduzieren und eine Microservices-Architektur einführen, um ihre Wachstumsziele zu unterstützen und ihrem Kundennetzwerk einen Mehrwert zu bieten. Seit 2019 nutzt AvidXchange unseren Entwurf für eine digitale Plattformstrategie, um eine Reihe von Programmen zu entwickeln und zu beschleunigen. Darunter auch: ein einheitliches Abrechnungssystem, ein agiles Transformationsbüro, eine kontinuierliche Bereitstellung durch die Implementierung zentraler Produktpraktiken, die Einrichtung führender Tools und Praktiken zur Steigerung der Effektivität von Entwickler:innen, die Einrichtung einer Bereitstellungsinfrastruktur, die Umstrukturierung ihrer technischen Praktiken und Architekturen für einen Microservices-Ansatz, um eine starke, funktionale Bereitstellungsinfrastruktur zu schaffen, sowie die Anpassung ihrer Technologie- und Produkt-Roadmaps. Die Aktivitäten haben Kapazität, Geschwindigkeit und Effizienz der Produktionsfähigkeit und des Technologiebetriebs von AvidXchange erhöht. Das Unternehmen konnte die Zahl der Releases im Vergleich zum Vorjahr um 250 % erhöhen, und die Arbeitszyklen für die Lösungsarchitektur um 65 % reduzieren.

Zu beobachtende Trends: Top drei

 

Übernehmen

 

Cloud-Portabilität – Die Möglichkeit, Anwendungen und Daten schnell und relativ mühelos in neue Cloud-Computing-Umgebungen zu verlagern, gibt Unternehmen mehr Freiheit bei der Auswahl von Anbietern mit Fachwissen oder Lösungen, die spezielle Plattformanforderungen erfüllen.

 

Analysieren

 

Digitale Ökosysteme – Unterschiedliche Teilnehmer:innen, Systeme und sogar Organisationen, die kooperieren, zusammenarbeiten und miteinander konkurrieren, um ein Ökosystem zu schaffen, in dem das Ganze größer ist als die Summe seiner Teile. Beispiele hierfür sind die Reisebranche, Online-Marktplätze und neue „Super-Apps“ wie Gojek und WeChat.



Antizipieren

 

Re-Dezentralisierung – Das Internet und das World Wide Web waren so ausgelegt, dass sie auch im Falle eines Ausfalls stabil bleiben, doch heute werden 75 % des Internetverkehrs von einer kleinen Zahl von Unternehmen – Amazon, Google, Facebook und anderen – abgewickelt. Aufgrund dieser Zentralisierung wirken sich Ausfälle und Sicherheitsverstöße heute sehr viel stärker aus. Mit dem Aufkommen der Blockchain und anderen verteilten Technologien könnten wir eine Rückkehr zu einem stärker dezentralisierten Netz erleben.

Zu beobachtende Trende: Die gesamte Matrix

Übernehmen
Technologien, die heute schon vorhanden sind und in der Branche genutzt werden
  • Industrielle IoT-Plattformen
  • Evolutionäre Architekturen
  • Edge Computing
  • Polycloud
  • ML-PLattformen
  • Dezentralisierte Sicherheit
  • Automatisierte Compliance
  • Intelligente Systeme und Ökosysteme
  • Green Clouds
  • Cloud Portabilität
Analysieren
Technologien, die sich je nach Branche und An-wendungsfall immer mehr durchzusetzen beginnen
  • Intelligente Energiemanagementsysteme
  • Managed Services und Einweglösungen
  • Connected Homes
  • Smart Contracts
  • Dezentralisierte Datenplattformen
  • Digitale Ökosysteme
  • Plattform-Geschäft
Analysieren
Technologien, die noch nicht ganz ausgereift sind, in einigen Jahren aber großen Einfluss haben könnten
  • Zunahme branchenweiter offener Standards
  • Allgegenwärtige Konnektivität
  • Satellitennetzwerke
  • KI-Marktplätze
  • Ökosysteme für Kollaborationen
  • Autonome Roboter
  • Smart Cities

 

Ratschläge für Anwender:innen

 

  • Bevor Sie mit dem Aufbau einer Plattform beginnen, sollten Sie alle Beteiligten umfassend einbeziehen. Sorgen Sie vor dem eigentlichen Beginn des Aufbaus dafür, dass sich die wichtigsten Entscheidungsträger:innen darüber einig sind, was unter dem Begriff „Plattform“ geschaffen werden soll, und legen Sie spezifische Ziele und Ergebnisse fest, denen die Plattform dienen soll. Achten Sie besonders auf die Bedürfnisse der Endverbraucher:innen der Plattform und darauf, was Sie für diese beschleunigen wollen.

     

  • Erkennen Sie die „kognitive Last“ Ihrer Technologieteams und seien Sie sensibel dafür. Die Technolog:innen tragen unweigerlich einen Großteil des Drucks, der mit dem Aufbau einer Plattform verbunden ist. Sie sind so sehr damit beschäftigt, sich mit der technischen Komplexität auseinanderzusetzen, dass wenig Zeit bleibt, sich mit dem wirklichen Nutzen des Projekts zu befassen. Wenn Sie die Projekte fokussiert ausrichten und regelmäßig überprüfen, sorgen Sie dafür, dass die technischen Teams auf Kurs bleiben und den geschäftlichen Nutzen nicht aus den Augen verlieren.

     

  • Führen Sie Plattformen schrittweise ein – und denken Sie daran: Es ist eine Reise und kein Rennen. Anstatt sofort nach einer Plattform zu suchen, die eine revolutionäre Veränderung herbeiführt, sollten Unternehmen bedenken, dass eine Transformation nicht über Nacht geschieht, und die besten Plattformstrategien oft iterativ sind. Wenn Sie sich als Unternehmen zunächst auf die richtige Infrastruktur konzentrieren, schaffen Sie damit eine solide Grundlage. Mit einer solchen Basis können Sie in Ihren Plattformstrategien mutiger sein und Plattformen entwickeln, die echte Innovationen hervorbringen.

In 2023 werden Unternehmen…

...verstehen, dass der Aufbau einer Plattform allein nicht unbedingt ausreicht, um ihre Ziele zu realisieren, und dass die Entwicklung einer Strategie, die klar darlegt, wie die Plattform mit den unmittelbaren und langfristigen Prioritäten des Unternehmens verbunden ist, ebenso wichtig ist wie die Technologie, um Spitzenleistungen zu erzielen.
Rachel Laycock
Global MD, Modernization, Platforms and Cloud

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